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Stufenaufstieg im TVöD: Laufzeiten, Regeln und Tipps

Der automatische Stufenaufstieg ist einer der groessten Gehaltsvorteile im öffentlichen Dienst. Hier erfahren Sie alles zu Laufzeiten, Ausnahmen und Verhandlungsmöglichkeiten.

Was ist der Stufenaufstieg?

Jede Entgeltgruppe im TVöD (und TV-L, TV-V) ist in sechs Erfahrungsstufen unterteilt. Stufe 1 ist das Einstiegsgehalt, Stufe 6 das Endgehalt. Der Aufstieg von Stufe zu Stufe erfolgt automatisch nach festgelegten Zeiten - ohne Leistungsbeurteilung, ohne Antrag. Der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 6 kann je nach Entgeltgruppe 500 bis über 1.000 EUR brutto pro Monat betragen.

Stufenlaufzeiten im TVöD und TV-L

Die Stufenlaufzeiten im TVöD und TV-L sind identisch (Paragraph 16 Abs. 3 TVöD):

AufstiegLaufzeitKumuliert
Stufe 1 nach 21 Jahr1 Jahr
Stufe 2 nach 32 Jahre3 Jahre
Stufe 3 nach 43 Jahre6 Jahre
Stufe 4 nach 54 Jahre10 Jahre
Stufe 5 nach 65 Jahre15 Jahre

Stufenlaufzeiten im TV-V

Der TV-V (Versorgungsbetriebe) hat leicht abweichende Laufzeiten: 2-2-3-4-4 Jahre, ebenfalls 15 Jahre bis zur Endstufe. Der Einstieg in Stufe 2 erfolgt nach 2 statt 1 Jahr, dafür ist die letzte Laufzeit kürzer.

Stufenvorweggewaehrung: Höher einsteigen

Bei der Einstellung müssen Sie nicht zwingend in Stufe 1 starten. Nach Paragraph 16 Abs. 2 TVöD werden einschlaegige Berufserfahrung und Vorzeiten anerkannt:

  • 1 Jahr einschlaegige Berufserfahrung beim selben Arbeitgeber: Einstieg in Stufe 2
  • 3 Jahre einschlaegige Berufserfahrung (auch bei anderen Arbeitgebern): Einstieg in Stufe 3
  • Paragraph 16 Abs. 5: Der Arbeitgeber kann zur Personalgewinnung oder bei Personalengpass auch höhere Stufen gewaehren (Ermessensentscheidung)

Tipp: Verhandeln Sie die Stufenzuordnung vor Vertragsunterschrift. Besonders bei Fachkraeftemangel (IT, Ingenieure, Pflege) haben Sie gute Chancen auf eine höhere Einstiegsstufe.

Teilzeit und Stufenaufstieg

Teilzeitbeschaeftigung hat keinen Einfluss auf die Stufenlaufzeiten. Ob Sie 50% oder 100% arbeiten, der Aufstieg erfolgt nach den gleichen Zeitraeumen. Auch Elternzeit wird unter bestimmten Voraussetzungen angerechnet. Nur Zeiten ohne Entgelt (z.B. Sonderurlaub ohne Bezuege) hemmen die Stufenlaufzeit.

Höhergruppierung: Was passiert mit der Stufe?

Bei einer Höhergruppierung (z.B. von E9a nach E10) gilt der Grundsatz der betraglichen Sicherung (Paragraph 17 Abs. 4 TVöD): Sie werden in die Stufe der neuen Entgeltgruppe eingruppiert, in der Sie mindestens den Betrag Ihres bisherigen Gehalts plus einen Garantiebetrag erhalten. Die Stufenlaufzeit in der neuen Stufe beginnt dann von vorne.

Leistungsstufe: Vorzeitiger Aufstieg

Nach Paragraph 17 Abs. 2 TVöD kann der Arbeitgeber bei dauerhaft herausragender Leistung einen vorzeitigen Stufenaufstieg gewaehren. In der Praxis kommt dies selten vor, aber es lohnt sich, in Mitarbeitergespraechen darauf hinzuweisen.

Stufenaufstieg bei der Besoldung (Beamte)

Für Beamte gelten andere Erfahrungsstufen. Beim Bund betragen die Laufzeiten: 2-3-3-4-4-4-4 Jahre bis zur Endstufe 8 (insgesamt 24 Jahre). Die Laufzeiten können je nach Bundesland abweichen. Zum Besoldungsrechner

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